Wie alt ist PHILIPP eigentlich?
Haben Sie sich dies schon einmal gefragt? Und diese Frage ist biologisch oder biographisch gemeint: Hat er schon seinen sechsten (vierten, achten) Geburtstag gefeiert mit seinen Freunden?
Diese Frage taucht in vielen Kinderbriefen an PHILIPP auf. Sie hat auch Sinn. Denn einerseits ist PHILIPP Kind unter Kindern; so wie er denkt und spricht und handelt, so denkt und spricht und handelt ein ganz und gar kindliches Gemüt.
PHILIPPs Welt ist eine Kinderwelt und seine Logik die eines, na, eben Wievieljährigen?
Andererseits wohnt PHILIPP offensichtlich elternlos im eigenen Haus mit eigenem Keller und eigenen Kartoffelvorräten, die er bei Gelegenheit auch eigenständig zum Verzehr bereitet. Er kann Schatzpläne lesen und die von Postbeamten hinterlegten Notizen und er kann sein Zimmer selbst tapezieren. Auch war PHILIPP schon mal allein mit Tiger auf großer Fahrt nach Chile, um, wie vielleicht erinnerlich, seinen Vetter Juan Carlos Ruebenzahn zu besuchen. Also, was nun? Wie alt muss man sein, um all dies zu dürfen und zu können?
Einmal in die Welt gestellt, kann die Frage nicht mehr gänzlich ignoriert werden, zumal unsere kleinen PHILIPP-Freunde eine Antwort verdienen. Also drucksen wir herum und flüchten uns in Scheinantworten, als da sind: Da müssen wir mal Tiger fragen, aber der sagt immer nur „Miau“. Oder aber: An seinem nächsten Geburtstag wird er es uns verraten. Woran sich die Frage schließen könnte, wann denn PHILIPP Geburtstag hat; und die ist glücklicherweise viel leichter zu beantworten: Am 30. Februar. Diesen 30. Februar gibt es aber leider nur dort, wo PHILIPP wohnt.
Womit der Fall, wie andere Welträtsel, zunächst einmal gelöst ist. Um den Philosophen Ludwig Wittgenstein zu bemühen: Die tiefen Probleme der Philosophie werden niemals beantwortet. Sie werden mit der Zeit allenfalls uninteressant.
Vielleicht verhält es sich in unserem Fall genauso - nur andersherum. Dann wären es nicht so sehr die Kinder, die wissen wollen, wie alt PHILIPP ist. Vielleicht muss man erst erwachsen werden und Kinder haben, um solche Fragen stellen lassen zu können. Und das alles wäre nur typische Erwachsenenneugier, die mit der Wirklichkeit eben nur am Rand der Welt zu tun hat - dort, wo die Großen wohnen.

